Vom Mangel zur Fülle – meine innere Beziehung zu Geld.
- stephaniehergersbe
- 16. März
- 4 Min. Lesezeit

„Ich verdiene sehr viel Geld.“
Was löst dieser Satz bei dir aus? Fühlt es sich im Körper weit, hell und wohlig an – oder ist da eher Druck, ein Engegefühl und Schwere?
Als ich mir diesen Satz zum ersten Mal sagte, war es Letzteres.
Als frischgebackene Selbstständige führt kein Weg am Thema Geld vorbei. Irgendwo habe ich schon lange gespürt, dass ich ein ambivalentes Verhältnis dazu habe. Bisher war ich einfach froh, wenn ich mit meiner Arbeit Geld verdient habe und genug hatte, um meinen Lebensunterhalt zu finanzieren.
Mit dem Schritt aus der Anstellung werden mir nun all die Glaubenssätze bewusst, die ich über Geld in meinem Unterbewusstsein abgespeichert habe. Spannend – und gleichzeitig auch beängstigend. Doch jetzt geht es nicht mehr darum, den Kopf in den Sand zu stecken. Vielmehr geht es um Konfrontation, Begegnung und Verbindung.
Wie Nina Rosenberg und Anna Klein, zwei Human-Design-Spezialistinnen und Coaches, so schön sagen: Auch mit Geld und dem eigenen Geschäft führen wir eine Beziehung.
Welche Muster lebst du?
Mein vermeidendes Verhalten gegenüber Geld hat mich lange vor einer ehrlichen und tiefen Auseinandersetzung mit diesem Thema bewahrt. Dabei gibt es zunächst die bewussten, logischen Überlegungen über Geld.
Geld ist neutral. Es dient als Energieausgleich für eine Ware oder eine Dienstleistung. Da nicht jeder für einen Liter Milch als Gegenleistung ein Kleidungsstück gebrauchen kann, haben wir uns zur Vereinfachung auf das Tauschmittel Geld geeinigt.
Es geht um Austausch: Ich gebe etwas und erhalte einen Gegenwert. Wert kann dadurch gespeichert und verglichen werden.
Natürlich ist das stark vereinfacht dargestellt. Mir geht es vielmehr darum zu zeigen, dass wir mit unserem bewussten Verstand viele Dinge rational und logisch erklären können. So habe ich es auch in der Schule gelernt.
Doch eine Ebene tiefer – im Unterbewusstsein – sind unsere eigentlichen Überzeugungen über Geld gespeichert. Diese entstehen häufig bereits in der Kindheit, meist zwischen dem fünften und zwölften Lebensjahr, und werden in ganz alltäglichen Situationen „gelernt“.
Dort können sich mangelorientierte Überzeugungen festsetzen, zum Beispiel:
· „Geld ist knapp.“
· „Reiche Menschen sind egoistisch.“
· „Man muss hart arbeiten, um Geld zu verdienen.“
· „Ich bin nicht gut mit Geld.“
Auf der anderen Seite gibt es auch fülleorientierte Überzeugungen wie:
· „Geld folgt dem Wert, den ich erschaffe.“
· „Es gibt genug Möglichkeiten für alle.“
· „Geld kann Gutes bewirken.“
· „Ich darf für meinen Beitrag gut bezahlt werden.“
Wenn ich ehrlich bin, ist mein Denken über Geld eher mangelorientiert geprägt. Besonders stark ist bei mir die Überzeugung verankert, dass ich für Geld unglaublich viel leisten muss. Oft fühlt es sich so an, als wäre das, was ich gebe, nie genug – als müsste ich immer mehr geben, als ich nehme.
Dadurch ist das Thema Geld sehr eng mit mir als Person verknüpft. Mein Selbstwert steht in Verbindung mit Geld. Ein erster wichtiger Schritt war deshalb, diese Verknüpfung zu erkennen und zu lösen.
Dabei bin ich auf ein weit verbreitetes psychologisches Phänomen gestoßen: das starre Selbstbild. Menschen mit einem starren Selbstbild gehen davon aus, dass ihre Fähigkeiten und Eigenschaften unveränderlich sind. Sie glauben: Entweder ich bin mit einer Fähigkeit geboren – oder ich kann sie eben nicht.
Beim dynamischen Selbstbild hingegen wird davon ausgegangen, dass Fähigkeiten entwickelbar sind. Menschen mit dieser Haltung glauben, dass sie durch Lernen, Übung und Erfahrung wachsen und sich verändern können.
Anfangs mag es vielleicht schwer erscheinen, eigene Überzeugungen zu verändern. Doch das Faszinierende an uns Menschen ist unsere enorme Fähigkeit zur Entwicklung. Unser Gehirn besitzt eine große Plastizität – wir können neue Denkweisen lernen und alte Glaubenssätze nach und nach wandeln. Gerade Hypnose ist ein wunderbares Werkzeug, um solche Themen anzugehen – alleine oder mit Unterstützung einer Hypnosetherapeutin oder eines Hypnosetherapeuten.
Die Frage ist also: Wie möchtest du es sehen?
Für mich fühlt sich der Gedanke stimmig an, dass Geld neutral ist und Teil eines Kreislaufs. Ich schöpfe aus der Fülle – Geld kommt und geht, ähnlich wie ein natürlicher Zyklus. Diese Vorstellung gefällt mir besonders gut.
Joseph Murphy beschreibt in seinem Buch Die Macht Ihres Unterbewusstseins, dass sich mit der Veränderung unserer Gedanken auch unser Schicksal verändern kann. Das ist eine steile These – und dennoch erkenne ich darin eine tiefe Wahrheit.
Wenn ich mit einem Gefühl von innerem Reichtum durch die Welt gehe, verändert sich auch meine Wahrnehmung der Welt.
Kennst du das auch?
Du wachst morgens mit Freude und einem Gefühl der Verbundenheit auf. Über den Tag hinweg erlebst du bereichernde und konstruktive Begegnungen mit anderen Menschen. Wenn hingegen bereits am Morgen Ärger oder Frustration im Körper steckt, entstehen oft schneller Konflikte oder schwierige Situationen.
Unsere Gedanken und Gefühle erzeugen eine Wirkung. Man könnte sagen, wir gestalten mit ihnen unsere Realität.
Das ist ein eher spirituelles Weltbild. Viele dieser Zusammenhänge sind schon lange bekannt und werden heute nach und nach von der Wissenschaft überprüft und teilweise auch bestätigt. Es erinnert mich an das grundlegende Prinzip von Ursache und Wirkung. Eine wichtige Entwicklungsphase in der Kindheit besteht genau darin, dieses Prinzip zu entdecken – oft sehr intensiv und nicht immer zur Freude der Eltern.
Mit meiner Praxis der Selbsthypnose verändere ich bewusst meine Einstellung zu Geld. In meiner Vorstellung bringe ich Energie nach außen und empfange wiederum Energie zurück – in ihrer materiellen Form, also als Geld.
Auf dieser Grundlage formuliere ich mit meinem bewussten Verstand neue Ziele – von der Basis nach oben.
Die Veränderung dieser inneren Haltung fühlt sich weit, leicht und freudvoll an. Geld wird nie mein oberstes Lebensziel sein. Doch eine harmonische Beziehung zu Geld und ein Gefühl von Fülle zu entwickeln, ist zu einem wichtigen Teil meines Weges geworden.




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