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Vom Urschmerz des Getrenntseins zur Erinnerung an Verbundenheit

  • stephaniehergersbe
  • 15. Juni
  • 4 Min. Lesezeit

Meinem Empfinden nach sind wir auf dieser Erde, um uns in unserem Körper und unserem Sein zu erfahren. Alles, was wir im Kern sind, ist bereits da – ebenso wie die Möglichkeit, mit unserem wahren Wesen in Verbindung zu treten.


Der Schmerz des Getrenntseins gehört zum Menschsein. Vielleicht ist er sogar einer unserer tiefsten Schmerzen. Wir erleben ihn, wenn wir den Kontakt zu uns selbst verlieren, uns isoliert fühlen oder glauben, vom Leben getrennt zu sein. Doch Heilung entsteht nicht dadurch, diesen Schmerz zu vermeiden, sondern indem wir immer wieder den Weg zurück in die Verbindung finden – zu uns selbst, zu anderen Menschen und zum Leben.


Für mich sind wir eingebunden in ein feinstoffliches Netz, das alles mit allem verbindet. Man kann es sich wie eine Art Cloud vorstellen, in der sämtliches Wissen bereits vorhanden ist und auf die wir jederzeit zugreifen können. Diese Informationsfelder – auch als morphische Felder bezeichnet – werden durch unsere Gedanken, Gefühle und Handlungen beeinflusst. Jede Person, jedes Lebewesen und jede Organisation ist von einem unsichtbaren Feld umgeben und gleichzeitig Teil eines größeren Ganzen.


Als einzelne Wesen scheinen wir nur wenig Macht zu besitzen. Dennoch haben wir genug Einfluss, um unser eigenes Leben in eine erfüllendere Richtung zu lenken. Dabei wirken unzählige Faktoren auf uns ein: kosmische Einflüsse, die Bedingungen unserer Geburt, unser familiäres Umfeld und die Lebenswelt, in der wir aufwachsen. Es ist ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Kräfte.


Manchmal scheint es, als würden wir Rückenwind erhalten. Dinge fügen sich mühelos zusammen und Türen öffnen sich. Dann wiederum gibt es Phasen, in denen ein Hindernis nach dem anderen auftaucht. Klären wir jedoch unser eigenes Feld, schaffen wir die Grundlage dafür, dass auch andere sich mit einem konstruktiven Feld verbinden können.


Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute treffen wir neue Entscheidungen. Mal gelingt es uns leichter, unserer inneren Wahrheit zu folgen, und manchmal verstricken wir uns in destruktiven Mustern und alten Kreisläufen. Selbsterinnerung bedeutet für mich, mit mir selbst verbunden zu bleiben – im Licht ebenso wie im Schatten.


Die Vision von Verbundenheit bleibt dabei stets bestehen. Gleichzeitig wird es, solange wir in einem physischen Körper auf dieser Erde leben, immer wieder Momente der Unverbundenheit geben. Reize prasseln auf uns ein, und unser Nervensystem reagiert im Sinne unseres Überlebens. Es aktiviert Kampf-, Flucht- oder Erstarrungsreaktionen. In extremen Situationen sorgt es sogar für ein Herunterfahren des Systems, um unerträglichen Schmerz abzumildern.


In unserem Körper zu wohnen bedeutet deshalb, flexibel auf äußere Umstände reagieren zu können und immer wieder in den Zustand der Verbundenheit zurückzufinden. Dort regulieren wir uns. Dort lernen wir. Dort begegnen wir uns selbst und anderen Menschen spielerisch und authentisch – ohne Maske, ohne Kompensation und ohne Verteidigung.


Wenn wir unser Bauchgefühl mit unserem Verstand verbinden, gelingt es uns eher, kongruent mit unseren Wünschen, Bedürfnissen und Gefühlen zu leben. Je mehr wir die Vielschichtigkeit unseres Wesens halten können, desto mehr wird Diversität zu einer gelebten inneren Realität und nicht nur zu einem gesellschaftlichen Konzept.


Wir lernen, Licht- und Schattenseiten gleichermaßen anzunehmen und in Beziehung zu ihnen zu bleiben. Dadurch müssen wir unsere eigenen Schattenanteile nicht länger im Außen bekämpfen. Was wir in uns selbst annehmen können, können wir auch in anderen leichter akzeptieren. Das Anderssein verliert seinen Schrecken.


Wenn wir lernen, unseren Körper wertzuschätzen, unsere Gefühle zu halten und die in uns wirkenden Kräfte nicht gegen uns selbst oder andere zu richten, sondern in konstruktive Bahnen zu lenken, entsteht ein Gefühl von Selbstwirksamkeit und innerer Ermächtigung.


Dann erkennen wir, dass selbst der Löwenzahn zwischen den Betonritzen kein Feind ist. Er wird zur Nahrungsquelle für Insekten, zu einer Pflanze voller wertvoller Bitterstoffe und zu einem sichtbaren Ausdruck des Lebens, das sich seinen Weg bahnt. Wird er als Teil des Ganzen wahrgenommen, entsteht Vielfalt. Es entsteht Buntheit.


Uns selbst zu erfahren und auszudrücken schenkt uns Zufriedenheit. Je mehr wir mit uns verbunden sind und uns selbst mit Empathie und Achtsamkeit begegnen, desto mehr können wir auch unserem Umfeld und der Erde zurückgeben.


Masken, Kompensationsstrategien und Abwehrmechanismen sind für mich Ausdrucksformen, die tieferliegende Bedürfnisse – oft nach Zugehörigkeit, Sicherheit oder Anerkennung – verdecken. Wir wollen dazugehören und unseren Platz in einer Gemeinschaft finden. Andere Menschen sind essenziell für unser Wohlbefinden; wir sind soziale Wesen.


Solange Liebesentzug, Ausgrenzung oder Ausschluss aus einer Gruppe als Reaktion auf nicht konformes Verhalten praktiziert werden, wird ein individuelles Leben in einer vielfältigen Gemeinschaft nur schwer gelingen. Erst wenn wir uns sicher und zugehörig fühlen dürfen – unabhängig davon, wie wir aussehen, denken oder leben –, entsteht Raum für echten Austausch und lebendige Begegnung.


Im Anderen begegnen wir immer auch uns selbst. Durch den Ausdruck des Anderen werden wir inspiriert, herausgefordert und mit Aspekten unseres eigenen Wesens konfrontiert, die bislang unentdeckt geblieben sind. Vielfalt wird dadurch zu einer Möglichkeit des gegenseitigen Lernens und Wachsens.


Ein Weg dorthin besteht darin, immer wieder ins Hier und Jetzt zurückzukehren. Was ist gerade wirklich relevant? Was empfinde ich in diesem Moment? Was brauche ich gerade?


Seit es Menschen gibt, suchen sie Wege, über veränderte Bewusstseinszustände Zugang zu sich selbst zu finden. Trance ist eine dieser Möglichkeiten. Sie erlaubt es, Raum und Zeit für einen Augenblick in den Hintergrund treten zu lassen und die reine Präsenz des Augenblicks zu erfahren. Der Fokus vertieft sich, neue Erkenntnisse können entstehen, Zusammenhänge werden sichtbar und das Gefühl von Verbundenheit mit sich selbst und dem Leben kann wachsen.


Dabei gibt es nicht den einen richtigen Weg. Jeder Mensch steht an einem anderen Punkt seines Lebens, und jede Geschichte ist einzigartig. Der gemeinsame Nenner liegt für mich in den Werkzeugen, die uns dabei unterstützen, uns selbst zu begegnen, durch Krisen zu wachsen und innere Blockaden zu transformieren.


Eines dieser Werkzeuge ist die Hypnose. Mit ihrer Hilfe kann ein Zugang zu tieferen Schichten unseres Seins – dem Unterbewusstsein – entstehen. Dort können Veränderungen angestoßen, neue Perspektiven gewonnen und festgefahrene Muster gelöst werden. Ob durch eine Regressionshypnose, bei der den Ursachen eines Problems nachgegangen wird, oder durch Selbsterfahrungsreisen zu unterschiedlichen Themen – Hypnose bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklung.


Da in jeder Hypnose verborgene Ressourcen, neue Wesenszüge oder bislang unbewusste Anteile entdeckt und freigelegt werden können, ist sie für mich ein Weg der Selbsterinnerung. Ein Weg zurück zu dem, was wir im Kern bereits sind.


Vielleicht beginnt Heilung genau dort: in der Erinnerung daran, dass wir nie vollständig getrennt waren – auch dann nicht, wenn wir uns getrennt fühlen.




 
 
 

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